Über mich

Ich finde es nicht ganz einfach, wenn man über sich selber schreiben soll.

Vor kurzem wurde ich von Sandra Schilling-Engi um ein Podcast-Interview gebeten.

für ihr Projekt Kraftbaum

 

Im Vorfeld dazu, hat sie mich gebeten, einige Fragen zu beantworten.

Vielleicht sind das genau die Fragen, die auch die Besucher meiner Website interessieren könnten, habe ich mir gedacht: 

Ganz allgemein:

In einem kürzlich erschienenen Zeitungsinterview wurde sie freundlich als umtriebige Person bezeichnet. Cornelia Wriedt ist Qigong-Lehrerin, Kursleiterin für Waldbaden, schreibt Bücher und versucht gerade ein Stück des Stadtwaldes in ihrer Prignitzer Wahlheimat zu retten. Das alles ergibt für sie eine runde Sache, in die sich ihr Interesse für Feng Shui und Geomantie sowie die Liebe zu Tieren, zum Lesen und zur Natur nahtlos einfügen.  Ich bin bekennender Scanner, meint sie schmunzelnd, wenn sie auf ihre vielen Aktivitäten angesprochen wird. Vielleicht sieht es für Außenstehende so aus, als ob sie sich mit lauter verschiedenen Sachen beschäftigt. Wenn man ihre Betrachtungsweise übernehmen würde, dann sollte man erkennen, dass eines ins andere greift, glaubt sie. Das wird durch ihre Äußerung unterstrichen, dass wir uns nicht so sehr als Individuen betrachten sollten, sondern eher als Teil eines großen Ganzen. Dann sind die vielseitigen Interessen nur noch Nuancen, die eine Sache von verschiedenen Seiten beleuchten.

Fragen aus dem Interview zum Podcast KRAFTBAUM:

 

Hast Du einen Lieblingsplatz in der Natur und wie sieht dieser aus?

 

Ich mag unseren Stadtwald. Er ist so unterschiedlich. Man findet Mischwald, Nadelwald, fast reinen Laubwald und immer wieder Ecken, die ganz anders sind als der Rest des Waldes. Heute früh zum Beispiel stand ich unter mehreren großen Riesenlebensbäumen. Ich kenne die Stelle schon lange, war aber lange nicht mehr dort. Hingezogen hat es mich, weil ich ein lautes Plätschern im Bach gehört habe. Den erhofften Blick auf den Biber habe ich nicht bekommen, aber dafür einen wunderschönen, fast magischen Anblick dieser majestätischen Bäume. Ich weiß, dass Riesenlebensbäume nicht unbedingt zu unserer heimischen Flora gehören, das macht sie in den Augen einiger Menschen zu Eindringlingen. Aber sie stehen da seit Jahrzehnten. Die Vögel und Tiere haben sie angenommen. Was soll daran falsch sein, dass sie hier sind?

Im Grunde genommen habe ich keinen speziellen Lieblingsplatz. Jede Stelle im wald hat ihren eigenen Reiz, der abhängig von der Jahreszeit, dem Wetter und weiteren Faktoren ist. Eine davon kann meine Stimmung sein. Bin ich romantisch aufgelegt, mag ich vielleicht unser mäanderndes Flüsschen mehr als an Tagen, in denen ich voller Tatendrang bin. Ich habe allerdings eine Lieblingsbuche. Die ist in meinen Augen so einmalig, dass ich jedes Mal, wenn ich an ihr vorbeikomme ganz fasziniert  bin. Leider fehlen ihr nach dem Gesetz irgendwie 10 cm am Umfang, um sie unter Naturschutz zu stellen. Mit dem Thema fange ich jetzt hier leibe nicht an, sonst finde ich kein Ende.

 

Welches war Dein eindrücklichstes Wald-/Naturerlebnis?

 

Gibt es ein Wald-/Naturerlebnis das Dich persönlich ganz besonders geprägt hat? Was ist es, dass Dich noch heute an diese Situation erinnert und was hast Du daraus für Dein Leben mitgenommen?

Der Aufenthalt in der Natur und speziell im Wald ist immer irgendwie beeindruckend. Aber das nachhaltigste Erlebnis hatte ich mit einem alten Apfelbaum in meinem Garten. Zur Zwischenprüfung als Qigong-Leherin stand als Aufgabe eine Hausarbeit zu schreiben. Ich wollte natürlich unbedingt über etwas mit Bezug zur Natur schreiben. Nach langem Suchen bin ich auf den Apfelbaum gekommen. Mit dem wollte ich dann sozusagen üben. Aber der wollte nicht. :-)

 

In welchen Situationen suchst Du ganz bewusst den Wald auf'

Wann ist für Dich der Weg in den Wald eine ganz bewusste Entscheidung und weshalb?

 

Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich jenen Tag in den Wald gehe. Ich wohne nämlich sozusagen darin, denn unser haus steht gleich am Anfang des Stadtwaldes. Und dann haben wir einen Hund, der darauf besteht, dass er täglich seine Runden drehen kann. Trotzdem bleibt der Aufenthalt im Wald etwas besonderes. Am frühen Morgen ordne ich meine Gedanken und mache meinen Tagesplan. Da finde ich dann oft eine Lösung für Probleme oder habe eine Idee, die mich weiterbringt. Am Abend lässt man dann den Tag Revue passieren und schließt mit der Arbeit sozusagen ab. Wenn ich tagsüber einen Einfall brauche, mit meinen Gedanken  irgendwo feststecke und mich geärgert oder gefreut habe, dann ist der Wald ein idealer Partner um in solche Situationen zu entspannen und loszulassen.

 

Was hat Dich dazu bewegt, die Natur/den Wald in Dein berufliches Tun einfließen zu lassen?

 

Der Wald war für mich schon immer "von Bedeutung". Mein Vater war Förster. Es gab sozusagen kein Leben ohne Wald. In meiner Sturm und Drangzeit habe ich in der Stadt gewohnt und hatte weniger Kontakt zum Wald. Aber schon damals habe ich gemerkt, dass mir etwas fehlt. Heute bin ich froh, dass ich ihn direkt vor der Haustür habe. Ich möchte nirgendwo anders mehr Leben. Unsere Freunde spotten schon immer über uns. Wenn wir in den Urlaub fahren, geht es, abgesehen von der dänischen Nordseeküste, immer in ein Waldgebiet.

 

Welche Personen möchtest Du mit Deinem Angebot ansprechen?

Wie sieht Deine Zielgruppe aus? Was bringt Deine Klienten dazu, sich auf die Natur/den Wald einzulassen? Was erhoffen sich die Personen von Deinem Angebot?

 

Ich möchte Leute ansprechen, die gern etwas mehr Kontakt zur Natur hätten und sich allein "nicht so trauen". Der Wald ist vielen Menschen fremd geworden. Sie empfinden ihn als bedrohlich, weil sie ihn nicht kennen. Die meisten Menschen können eine Kiefer nicht von einer Fichte unterscheiden.

Im Wald herrscht eine ganz eigene Atmosphäre. Wer mit mi schon einmal Qigong im Wald gemacht hat, der wird das bestätigen. Egal ob man übt, oder einfach nur vor sich hinschlendert, ich freue mich über jeden, der den Weg in die Natur finden will.

Die Bücher von Peter Wohlleben, Clemens G. Arvey und anderen Autoren sind in aller Munde. Es reicht aber nicht, sie nur zu lesen, man muss auch den Mut haben nach draußen zu kommen. Ich bin hier und komme gern mit.

 

Was möchtest Du den Personen, die Dich auf Deinem Natur- und Waldgängen begleiten mitgeben, beziehungsweise worin möchtest Du sie unterstützen?

Was zeichnet Dich und Dein Angebot ganz besonders aus?

 

Qigong und auch das Waldbaden sind langsame "Sportarten". Es geht um Achtsamkeit, Entschleunigung und zur Ruhe kommen. Innerlich wie äußerlich. Es gibt so ein schönes Gedicht, das den Nagel auf den Kopf trifft, wenn es um den Aufenhalt im Wald geht:

 

Doktor Wald

Wenn ich an Kopfweh leide und Neurosen,

mich unverstanden fühle oder alt,

und mich die holden Musen nicht liebkosen,

dann konsultiere ich den Doktor Wald.

Er ist mein Augenarzt und Psychiater,

mein Orthopäde und mein Internist.

Er hilft mir sicher über jeden Kater,

ob er von Kummer oder Cognac ist.

Er hält nicht viel von Pülverchen und Pille,

doch umso mehr von Luft und Sonnenschein.

Und kaum umfängt mich angenehme Stille,

raunt er mir zu: "Nun atme mal tief ein!"

Ist seine Praxis oft auch überlaufen,

in seiner Obhut läuft man sich gesund.

Und Kreislaufkranke, die noch heute schnaufen,

sind morgen ohne klinischen Befund.

Er bringt uns immer wieder auf die Beine,

das Seelische ins Gleichgewicht,

verhindert Fettansatz und Gallensteine.

nur - Hausbesuche macht er leider nicht.

Förster Helmut Dagenbach, 1986

 

Hast Du einen Tipp wie wir unsere Gesundheit mit einem Natur-/Waldbesuch besonders stärken können?

 

Einfach machen.

Vielleicht noch: Kopfhörer zu Hause lassen, bequeme Schuhe wählen, nach dem Zwiebelprinzip anziehen und etwas Trinkbares im Rucksack mitnehmen.

 

Was liegt dir noch auf dem Herzen, das Du uns mit auf den Weg geben möchtest?

 

 

Wir sollten mehr über den Wald nachdenken. Ich bin immer ganz entsetzt, wenn Leute sich beschweren, wie es im Wald aussieht. Der Wald ist kein Garten. Ein gesunder Waldbereich hat mindesten 5 bis 7 % Totholz. Wo sollen die Käfer und Insekten wohnen? Wovon sich ernähren? Wofür wir die brauchen? Was sollen die Vögel fressen? Und dann diese unsägliche Diskussion über den Wolf. Ich persönlich finde Wildschweine viel gefährlicher. In brenzligen Situationen wird der Graue fast immer wegrennen. Ein Wildschwein dagegen greift an.